Ich interviewe mich zum Thema "Untier hat das letzte Wort"

Die Busch:       Aus gegebenem Anlass sitze ich heute mit der Sanna auf dem Balkon mit Blick auf eine Häuserfront und möchte mich mit ihr über das Buch mit dem Untier unterhalten. Sanna, wie kam es zu diesem Werk?

Die Sanna:      Untier entstand zeitgleich zu Next Generation (so der Arbeitstitel) und spiegelt das genaue Gegenteil von diesem Buch wider. Ich brauchte ein Skript, das mich zwischendrin wieder aufmuntert. In Next Generation quillt Gewalt aus jeder Seite. Es ist kein Buch für jedermann, wenn es auch ein Happy End geben wird. Untier ist dagegen regelrecht albern.

Die Busch:       Worum geht es?

Die Sanna:      Um Björn, der in einer Wohngemeinschaft mit einem Untier lebt.

Die Busch:       Das steht im Klappentext.

Die Sanna:      Dir kann man aber auch nichts vormachen.

Die Busch:       Was für ein Typ ist Björn?

Die Sanna:      Björn ist ein erfolgreicher Student. Er ist sehr blass, sehr unsportlich, modisch nicht up to date, eine Brillenschlange und die letzte Beziehung ist ewig her. Hackestramm ist er allerdings ein begehrtes Sexobjekt.

Die Busch:       Und was hat es mit Untier auf sich?

Die Sanna:      Untier ist Björns Beo, der zu alles und jedem einen Kommentar ablässt. Das ist absolut überzogen, aber, hey!, ich schreibe ja Unterhaltung und keine NDR-Tierdoku.

Die Busch:       Inwiefern bereichert Untier das Buch?

Die Sanna:      Björn ist eine wandelnde Katastrophe. Das Unglück klebt regelrecht an seinen Hacken, egal wo er auch hingeht. Untier perfektioniert das Chaos noch.

Die Busch:       Wie kamst du auf Untier?

Die Sanna:      Den Vogel gab es wirklich. Er gehörte einem Freund.

Die Busch:       Wird der das Buch auch lesen?

Die Sanna:      Nein. Meinen Freund habe ich in der Kurzgeschichte „Imbissboy“ (Anthologie Yep- Warum nicht anders?) als Maurice ein Denkmal gesetzt.

Die Busch:       Verarbeitest du oft persönliches in deinen Büchern?

Die Sanna:      Jupp. Kleinigkeiten. Mommas Kartoffelsuppe, mein Tattoo, meinen Hang zur Pechmarie – ich trage den stolzen Ehrentitel Chaoskind. Aber auch kleine Erlebnisse und Bekanntschaften.

Die Busch:       Was ist eigentlich Lionil für ein Name?

Die Sanna:      Den gibt es echt. Ich stoße auf viele Namen mit merkwürdigen Schreibweisen. Böses Beispiel: Schackeline. Und das ist ausnahmsweise mal kein Witz.

Die Busch:       Wie, glaubst du, kommt Untier bei den Lesern an?

Die Sanna:      Ich lass mich überraschen. Ich jedenfalls mag es und habe es schon 463 mal gelesen.

Die Busch:       Weshalb schreibst du Bücher?

Die Sanna:      Es ist kostengünstiger, als zum  Psychiater zu gehen. Ich liege dabei ebenfalls auf der Couch und die Muse hört mir aufmerksam zu, während sie mich über ihre Brille hinweg streng fixiert.

Die Busch:       Fiel dir Untier leicht?

Die Sanna:      Jupp, sehr leicht. Es war Urlaub von Next Generation, wo es ständig Leichen gab.

Die Busch:       Du magst Leichen. In deinen Büchern tauchen sie häufig auf.

Die Sanna:      Ich wollte als Kind unbedingt Pathologe werden. Vielleicht kommt es daher. Ich finde, eine Leiche belebt so ein Buch (haha – Wortwitz!)

Die Busch:       Da Untier ein humorvolles Buch ist, wird es wohl ausnahmsweise keinen Toten geben.

Die Sanna

(grinst fies):    Doch. Über die Leiche wird ausgiebig mit Untier diskutiert. Für Björns Empfinden allerdings zu kurz.

Die Busch:       Wann soll der Print erscheinen?

Die Sanna:      Lt. Amazon am 10.08.2015. Wir wissen ja alle, wie exakt sich Amazon an solche Termine hält.

Die Busch:       Letzte Worte an die Leser?

Die Sanna:      Genießt das Buch und nehme es mit Humor. Es wurde schließlich auch mit Humor geschrieben. Ihr könnt ja raten, an welchen Stellen der Gin Schuld war. Die Story ist bewusst albern gehalten, denn die Realität ist schon ernst genug. Wenn ich euch damit wenigstens einen Lacher entlocken kann, habe ich mein Wunschziel erreicht. Viel Spaß also damit.

Die Busch:       Sanna, vielen Dank für das Inter…

Die Sanna:      Mach, dass du verschwindest. Ich will endlich weiterschreiben.

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Kommentare: 2
  • #1

    BriMel (Samstag, 25 Juli 2015 18:04)

    Liebste Sanna,
    ich finde Untier überhaupt nicht albern. Es ist lustig, es ist voller Situationskomik, es ist liebevoll.
    So, das wollte ich mal loswerden.
    LG Mel

  • #2

    Sanna (Samstag, 25 Juli 2015 18:46)

    Es sei dir gestattet :) Ich liebe mein Baby ja auch