Scavengers - Skript in Arbeit

Es brodelt in meiner Machtzentrale.

"Enemy or Lover" steht in den Startlöchern. Ich warte nur noch auf den Veröffentlichungstermin seitens des Verlags. Da Cover ist toll geworden und drückt genau die Stimmung des Buches aus *freu*.

 

"Stalking Kai" muss noch durchs Endlektorat und "Angelus Mortifer" braucht noch eine Grundüberholung, bevor es ebenfalls ins Lektorat darf.

 

Aber ... Nach dem Skript ist vor dem Skript:

"Scavengers" hat mich mit aller Gewalt angesprungen und steht bei aktuell 49.918 Wörtern bzw. bei etwa 206 Seiten. Äh ... nun ja ... ein paar Seiten kommen da noch drauf.

Häppchen möchte ich natürlich nicht vorenthalten:

 

Happen 1:

„Oh Mann, Rubboo! Dich wird man aber auch gar nicht los, oder?“
„Ich habe mich total verfahren. Was machst du hier?“
„Versuch doch mal zu raten.“
Jairs ablehnende Art konnte ihn nicht abschrecken, dazu freute er sich viel zu sehr, dass er ihn gefunden hatte.
„Du … du schaffst an?“
„Nein, Rubboo. Ich warte auf das Papamobil, damit mir der Papst seinen Segen geben kann.“ Jair fuhr sich durch die Haare. Er machte auf Skyler einen müden Eindruck .
„Hau ab, Rubboo. Lass mich arbeiten.“
„Was willst du haben?“ Das war ihm ohne nachzudenken rausgerutscht.
Jair starrte ihn ein paar Sekunden lang an und lachte dann. „Hau ab.“
„Ich meine da ernst.“ Das tat er wirklich, denn es war eine Möglichkeit, Zeit mit Jair zu verbringen und ihn näher kennenzulernen.
„Du weißt schon, warum ich hier stehe, oder? Da geht es um etwas Langes, was man in etwas Rundes schiebt.“
„Ich bin nicht blöd, Jair. Außerdem bin ich schwul und daher mit den Praktiken bestens vertraut. Also? Was willst du haben?“
„Fünfundzwanzig Pesos. Und es gibt mich nur mit Gummi.“
„Sowieso.“
Jair sah ihn misstrauisch an. „Du willst wirklich?“
„Klar.“
Achselzuckend wurde er am Arm gepackt und in einen dunklen Hauseingang gezogen.
„Hier?“, fragte er entgeistert, als Jair Anstalten machte, seine Hose zu öffnen.
„Wo sonst?“
„Ich dachte, wir gehen in das Hotel dort.“
„Das kann ich mir nicht leisten“, knurrte es ungehalten.
„Dann zahle ich es.“
„Rubboo, fünfundzwanzig Pesos für eine schnelle Nummer. Wenn ich mit dir auf ein Zimmer gehe, dauert es länger. Haben dir deine reichen Eltern nicht begebracht, dass Zeit Geld ist?“

 

Happen 2:

„Ich habe dich vorhin auf der Kippe gesucht und mich in diesen Müllbergen verlaufen. Dodong hat mich auf die Straße zurückgebracht.“
„Aha.“
„Er sagt, dass Benjie im Gefängnis ist.“
Jair zog die Beine an, legte die Wange darauf und schaute Skyler trostlos an. „Ich weiß“, sagte er leise. „Ich habe einmal versucht, ihn und zwei andere dort herauszuholen und bin selbst drin gelandet. In dieser Nacht habe ich gelernt, wie man Schwänze so richtig bläst. Hat dir Spaß gemacht, oder?“

 

Happen 3:

„Rubboo, geh nicht, um uns zu vergessen. Jair mag dich, ich weiß das. Er wäre sonst Virgilio aus dem Weg gegangen, anstatt ihn von dir fernzuhalten“, rief Dodong hinter ihm her. Das machte es nicht besser. Ganz im Gegenteil. Das bedeutete lediglich, dass er zur Gefahr für Jair wurde.

 

Happen 4:

„Mir geht es gut.“
„Dir geht es gut? Ich habe schon überfahrene Tiere gesehen, die waren besser drauf.“

 

Happen 5:

Da gab es bloß dieses noch größere Problem.
„Jingle, ich ... äh ...“
„Hm?“
„Ich bin schwul.“
„Ja? Und?“
Skyler schwieg. Es laut auszusprechen ...
„Moment mal! Soll das heißen, du hast dich in den Scavenger verliebt?“
Er nickte.
„Skyler, vergiss es. Der spielt dir etwas vor. Viele der Scavengers prostituieren sich, um an ein paar Pesos zu kommen. Und ... Huh! Ihr habt doch nicht etwa schon ...?“
Er nickte erneut, biss sich auf die Lippe.
„Heyeyeyey!“ Jingle fuhr ein weiteres Mal an den Straßenrand und drehte sich zu ihm um. „Ich hoffe inständig, ihr habt ein Kondom benutzt.“
„Jingle, ich bin nicht betriebsgestört!“
„Gut.“ Der Chauffeur atmete erleichtert auf. „Verflucht! Hätte ich dich nur niemals in die Payatas gefahren. Ich könnte mir jedes Haar einzeln ausreißen. Du ahnst ja nicht, was du dir für Krankheiten einfangen könntest.“
„Ich bin durchaus aufgeklärt worden“, antwortete er beleidigt.
„Vergiss ihn! Schlag ihn dir aus dem Kopf. Ich flehe dich an.“
„Das versuche ich ja schon die ganze Zeit.“
„Oh! Gut! Mit Liebeskummer kann ich leben.“
Na super! Er dankte dem lieben Gott für so viel Verständnis.
„Skyler, du hast ihn dafür bezahlt, nicht wahr?“
Er wollte Jingle nicht anlügen, also blieb ihm nichts weiter als ein Nicken übrig.
„Dachte ich es mir doch. Du bist für ihn bloß eine wandelnde Brieftasche. Er wird garantiert nicht mehr an dich denken.“
Skyler hoffte es. Denn das würde bedeuten, dass Jair auch den Grund vergessen hatte, warum er wütend auf ihn war.

 

Happen 6:

Trotz der drückenden Hitze genoss er Jairs Körper an seiner Seite und bemühte sich, ihm keinen verräterischen Blick zuzuwerfen, denn er wusste, dass Jair ihn aufmerksam beobachtete. Stattdessen tat er so, als würde er den Freund gar nicht bemerken. Das war kindisch, oder? Warum konnten sie nicht vernünftig über ihre Gefühle sprechen und ehrlich zueinander sein?
„Jair ...“
„Nein, ich will es nicht hören.“
Skyler schwieg zunächst verblüfft. Dann platzte er heraus: „Du weißt doch gar nicht, was ich sagen wollte.“
„Rubboo, man kann in deinem Gesicht wie in einem Buch lesen.“
„Ach? Und was genau stand da?“
Jair strich ihm eine Haarsträhne aus dem geschwollenen Auge. „Gedanken, die du nicht haben solltest. Geh doch lieber nach Hause, Rubboo. Das wäre sicherer für uns.“
„Äh … Wen genau meinst du mit uns? Die Scavengers. Oder uns beide?“
Jair zog eine Grimasse.
„Also uns beide. Na, ist ja super. Es gibt jetzt immerhin ein uns.“
„Sky …“
„Du hast mich schon ein paar Mal Sky genannt“, sagte Skyler leise.
Jair schaute ihn nachdenklich an. Er konnte bemerken, wie sein Freund innerlich mit sich rang. Kam heute der große Durchbruch? Ließ Jair endlich seine Maske fallen?
„In dir sehe ich den Himmel … die Freiheit. Da erscheint mir die Abkürzung passend“, murmelte Jair und starrte dabei über die Müllberge. Finger legten sich verstohlen auf Skylers Hand. Er verschränkte sie rasch mit seinen und drückte sie leicht. Der Druck wurde erwidert.
„Sag mir, warum du hier bist“, bat Skyler. „Vielleicht kann ich dir wirklich helfen.“
Prompt zog Jair seine Hand zurück. „Wenn ich es dir erzähle, wirst du mir wahrscheinlich keinen Glauben schenken. Das Risiko ist mir zu groß. Ich will nämlich noch nicht sterben.“

 

Happen 7:

Es musste doch etwas zu bedeuten haben, dass er der Erste gewesen war, den Jair geküsst hatte. Skyler blinzelte heftig, bestimmt weil er gerade direkt in die Sonne geblickt hatte.
Manchmal muss man etwas loslassen, das man liebt, hatte seine Mum vor ein paar Jahren gesagt, als Skyler untröstlich war, weil er sein Kaninchen Hefner einschläfern lassen musste. Hefner hatte ein wahrhaft biblisches Hasenalter erreicht und dann Geschwüre bekommen. Seitdem blieben zwar Skylers Kabel heile, aber das kleine Pelzgesicht vermisste er bis heute. Verglich er gerade Jair mit einem uralten Karnickel? Er stöhnte. Jetzt war er garantiert völlig durch.

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Stine (Dienstag, 13 September 2016 08:37)

    Klingt super...und irgendwie düster. Ich habe das Gefühl, dass sind noch die "weichgespülten" Happen und das dicke Ende kommt erst noch.

  • #2

    Sanna (Dienstag, 13 September 2016 13:04)

    Nun ja ... wer mich kennt, der weiß, ich will nur spielen *pieps*