Für ein weiteres Interview habe ich Ramona Gutbrod von dem Blog Theworldofbigeyes Rede und Antwort gestanden:

 

Gay Friday’ #11 – Interview mit der Autorin Sandra Busch

Heute habe ich einen ganz besonderen Gast – eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen hat mir Rede und Antwort gestanden.

Sandra Busch

Sandra Busch

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Diese Werke sind bereits erschienen.

  Songofblood

Die “Blood”-Trilogie um Far und Song hat es in sich, da bleibt kein Auge trocken.

Hier gehts zur Rezension *klick* und hier kann man es kaufen *klick“.

  • Blood in Mind“: Far Baxter ist ein harter Typ. aufgewachsen bei der Straßengang “Die Nachtwölfe” jagt er nun Dämonen und andere Unterweltler in einer Spezialeinheit der Polizei. Und so ist es eine unangenehme Überraschung, als ausgerechnet ein Vampir sein Leben rettet. Aber Songlian Walker hat noch so manche Überraschung für Far auf Lager. Bald kommen Gefühle ins Spiel, die Far nicht für möglich gehalten hätte und gegen die er sich mit Händen und Füßen wehrt.
  • So bloody Far“: Die Wandlung zum Vampir ist für den SEED-Officer Far Baxter ein Schock. Doch er arrangiert sich damit. Auch gesteht er sich endlich ein, dass er viel mehr für seinen Partner Songlian Walker empfindet.
    Bis plötzlich Songlians Bruder Bhreac auf der Bildfläche auftaucht. Er zwingt Far zu einem perfiden Abkommen. Und Far bleibt nichts anderes übrig, als mitzuspielen, um die zu schützen, die er liebt.
  • Song of Blood“: Far sucht Vergessen in seiner Arbeit bei der SEED, bis er zufällig erfährt, dass sich Songlian in Paris vor ihm versteckt. Dort angekommen sieht er sich mit einem ihm unbekannten Vampir konfrontiert. Hat Songlian bereits einen anderen Liebhaber? Und das ist nicht das einzige Hindernis, das Far im Weg steht: Der Dämon Ooghi taucht plötzlich wieder auf. Und bei ihm befindet sich Bhreac, der darauf brennt, Far zurück an seine Seite zu holen.
  • Bonusband “The Tsar“: Er ist der mächtigste Mann New Yorks und der ungekrönte Zar von Moskau. Er ist als skrupellos und gefährlich bekannt. Außerdem ist er das Oberhaupt eines Vampirclans: Bhreac Walker.
    Dies ist die Geschichte von einem, der auszog sein Herz zu erobern. Aber hat ein Vampir wie Bhreac überhaupt ein Herz?

 Sandrabusch1

  • Herbstfraß“: Ein Teenager wird vermisst, ein Kater ist entflohen und es gibt Geheimnisse in der eigenen Beziehung …
    Privatermittler Robin Berger begibt sich nicht nur auf die Jagd nach dem verlorenen Sohn, sondern stöbert auch in der Vergangenheit des umwerfenden Ex-Kampfschwimmers Bo, seinem Partner und Geliebten, herum.
    Doch plötzlich gerät das dynamische Duo in die Fänge eines teuflischen Entführers. Und mit einem Mal steht nicht nur ihre Beziehung sondern auch ihr eigenes Leben auf dem Spiel … 
  • Cheia“: Lediglich ein paar leidenschaftliche Stunden wollte Draw von dem jungen Elfen in der Spelunke. Stattdessen bekommt er ihn für den Rest seines Lebens – als zukünftigen Leibwächter, einen sogenannten Cheia.
    Doch Crid hat für ihn nichts weiter als Verachtung und Abscheu übrig.
    Erst als Draw erfährt, auf welche Weise Crid zum Cheia ausgebildet wurde, beginnt er dessen Hass und selbstzerstörerisches Verhalten zu begreifen.
    Als ein Mordanschlag auf Draw ausgeübt wird, findet er sich plötzlich in der Rolle des Beschützers wieder. Aber wird ihn das seinem Cheia näher bringen?
  • Der 7. Rabe“: Niemand hatte ihm gesagt, dass sich die Grenzen verschoben haben. Niemand hatte ihm gesagt, dass dort die Wölfe lauern. Niemand weiß, ob ein 7. Sohn ein Glücks- oder doch eher ein Unglücksrabe ist … 
  • Ein Hauch von Seele“: Dämonen jagen ist anstrengend. Vor allem für Jeremy, britischer Ex-Adel, dessen Partner Zedrik ein Halb-Succubus ist, der gewöhnlich von einem Schlamassel in den nächsten gerät. Ein uralter Fluch, Vollmondrausch, ein amoklaufender Seelenfresser, eine eisherzige Vampirkönigin und ein Poltergeist erschweren ihm zusätzlich das Leben. Aber was hat die Dämonenjagd mit Gartenzwergen und Karamellnüssen zu tun? Als Jeremy und Zedrik in der Hölle stranden, müssen sie mit dem prächtigsten aller Wissensdämonen einen ebenso verrückten wie verzweifelten Pakt schließen … 
  • Das Tier“: Schreckliche Morde sind in Hockenbruck geschehen. Doch der Mörder ist gefasst und sitzt im Kerker ein. Es ist das Tier. Nach sieben Monaten Einzelhaft trifft es ausgerechnet in den Verliesen auf seinen Engel, der ihm die Kraft gibt seine Fesseln zu sprengen und in die Freiheit zu entfliehen – verfolgt von jenen, die es zu dem machten, was es nun ist. 
  • Hexenbälger“: Um eine Prophezeiung zu verhindern, wurde er ausgeschickt, alle Hexer des Landes zu töten. Voller Hass auf die Zauberkundigen folgt er dem Befehl, denn er wurde von einem der ihren geschaffen: Der Kriecher.
    Auf seinem tödlichen Weg stößt der Kriecher auf Sid und Tinkim, die wie Brüder unter den Fittichen der alten Muhme aufwuchsen. Und plötzlich finden sich die beiden Hexenbälger in einem Kampf ums Überleben wieder.
  • The Bride“: Die Orks stehen an der Grenze zum Halland und drohen, in das Nordland einzufallen. Daher geht Prinz Cato eine kurzfristig arrangierte Ehe mit dem Königshaus Xanda ein, denn die Mitgift besteht aus den dringend benötigten Soldaten. Als Cato dann jedoch seiner Angetrauten gegenübersteht, glaubt er seinen eigenen Augen nicht zu trauen: Seine Braut ist männlich! Und alles andere als erfreut, dieses Zwangsbündnis eingehen zu müssen. 
  • Tylwyth Teg“: Der Guardian Loy ist durch einen Angriff entstellt und wird von seinen Schwarmmitgliedern gemieden. Nur Findil, der selbst gern ein Guardian wäre, bewundert ihn. Als ein Dieb die Farben der Tylwyth Teg stiehlt, sieht Findil seine Chance gekommen, sich zu beweisen. Gemeinsam mit dem widerspenstigen Loy macht er sich auf die Suche, und ihm wird immer klarer, dass er Loy nicht nur bewundert …
  • Waldmeister mit Sahne“: Beim Cruisen auf dem Kennel-Parkplatz lernen sich Jo und Micha kennen. Ist es Liebe auf den ersten oder zweiten Blick? Schnell wird aus der Zufallsbekanntschaft mehr. Doch Jo trägt Geheimnisse mit sich herum, an denen ihre frisch gefundene Liebe scheitern könnte. Denn Jo muss eine Entscheidung treffen: Waldmeister oder Zitrone …
  • Splitterseelen“: Jason glaubt nicht an Schutzengel. Er weiß schließlich genau, dass es sie gibt, denn er hat seinen persönlichen Engel namens Calael nicht bloß gesehen, sondern mit ihm auch gesprochen. Ansonsten führt er ein normales Leben.
    Bis zu dem Morgen vor seinem 21. Geburtstag, als ihm ein fremder Mann in seinem Schlafzimmer auflauert. Ehe sich Jason versieht, wird er durch den Spiegel geschleudert und anstelle des Glases zersplittert seine heile Welt in tausende Scherben. Doch bestimmt wird ihm auch in dieser Notlage Calael zu Hilfe eilen. Oder etwa nicht?
  • Made for Loving“: Ursprünglich war Lars nur auf das schnelle Geld aus. Dass er sich in Phil verliebt, war nicht geplant. Dabei scheint Phil eine gespaltene Persönlichkeit zu besitzen, denn sein Verhalten ist alles andere als normal. Hängt dies mit Phils Angst zusammen, seine bibelbesessene Mutter könnte herausfinden, dass er ein erfolgreicher Schriftsteller ist … oder schwul? Auf einmal meldet Phils Mutter ihren Besuch an. Wird Phil zu seiner Homosexualität und somit auch zu Lars stehen? 
  • Trunken vor Glück“: Was haben Voltaire und der Schornsteinfeger Ande gemeinsam? Beide lieben einen Alkoholiker. Es entsteht eine verrückte Dreiecksbeziehung, in der jeder lernt, dass er seinen Halt im Leben nur bei den anderen beiden findet. Was macht es da schon, wenn sich einer für Karlsson vom Dach hält, der andere bellt und der Dritte lediglich für sein Motorrad nüchtern ist?   

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Interview

Liebe Sandra ich freue mich Dich im Rahmen des ‘Gay Friday’ interviewen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist Sandra Busch?

Ich bin Drachenbändiger, Sockenfabrikant, Beamte und ein Schreiberling. Nebenbei bin ich auch ein verrücktes Huhn, jemand zum Pferdestehlen, die Nöckertante und eine absolute PC-Blondine. Ich bin die, die hinter dem Steuer lauthals zur CD mitsingt, in einundachtzig Zügen einparken kann, Regenwürmern über die Straße hilft, nie Zeit hat, ständig mit dem Ebook-Reader, Büchern und Notizblöcken wedelt und sich beharrlich fragt, warum der verflixte Tag bloß vierundzwanzig Stunden hat und warum der Mensch eigentlich Schlaf braucht. Kurz: Ich bin ganz normal, mit Ecken und Kanten und diversen Macken wie jeder andere auch.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war für Dich schon immer klar, dass Du schreiben willst?

Ich habe immer geschrieben. Schon in der Schule war ich der Graus meiner Deutschlehrer. Bei jedem Aufsatz ging der Füllfederhalter mit mir durch. Vierzig Seiten und mehr pro Schulstunde stellten für mich eine Kleinigkeit dar. Regelmäßig stand unter diesen Aufsätzen der schöne Rotstiftsatz: Bitte keine Romane schreiben!
Offensichtlich war ich ein Frühzünder.
Später fing ich dann nur für mich und meine Schublade an eine Fantasygeschichte zu schreiben. Erst per Hand, dann auf einer uralten Adler Triumph-Schreibmaschine, deren Anschlag die Grundmauern meines Elternhauses erschütterten. Was habe ich die Erfindung des Computers gelobhudelt! Nachdem ich etwa die ersten tausend Seiten geschafft habe, stellte ich fest, dass meine beiden Hauptfiguren plötzlich schwul geworden waren. Und das ganz ohne mein zutun. Ich war angemessen überrascht.

Wie bist Du im Gay – Genre gelandet und was fasziniert Dich an der schwulen Literatur?

Nachdem die erste Überraschung über mein Do-it-for-myself-Projekt abgeklungen war, fragte ich meine Freunde um Rat. Die waren praktischerweise selbst schwul. Und schwupps! bekam ich meine erste schwule Lektüre in die Hand gedrückt. Über die wurde dann beim nächsten Treffen ausgiebig diskutiert. Die Jungs fanden das Buch toll, ich dagegen hätte mir lieber Zahnstocher unter die Fingernägel geschoben, als es weiterzulesen. Daraufhin folgte der folgenschwere Satz: Wetten, dass du es nicht schaffst, selbst einen homoerotischen Roman zu schreiben?
Jupp, damit hatten sie mich am Kragen und ich eine Weile später die Blood-Trilogie um Far und Songlian fertig.
Was mich an dem Genre reizt, ist einfach die Tatsache, dass die Liebesromane aus diesem Bereich weit mehr Tiefgang haben, als die Romane aus dem Hetero-Regal. Immer gibt es eine schöne, spannende und prickelnde Story, in die die Liebe behaglich eingebettet liegt. Bei Gay-Romance habe ich nicht den Eindruck, dass ich bloß ein einziges Buch lesen muss, um sie alle zu kennen. Zudem hatte ich das Glück, Bücher des Dead Soft Verlages in die Finger zu bekommen, die mich von ihrer Qualität überzeugt haben. Daher habe ich Song und Far auch Simon Rhys Beck angeboten.

Gibt es von Dir eigentlich auch etwas Heteroerotisches zu lesen?

Definitiv nein. Und es lockt mich auch nicht.

Wo holst Du Dir Deine Ideen? Aus dem realen Leben oder kommen die einfach so angeflogen?

Die Ideen kommen eher angehoppelt und zwar in Form sogenannter Plot-Bunnys. Die scheinen mich für eine Möhre zu halten, denn sie beißen sich hartnäckig fest und nagen solange an mir herum, bis ich zumindest die Idee niedergeschrieben habe, die mich gerade ansprang.
Ich brauche bloß einen guten Song hören, ein besonderes Wort hören oder jemanden eine Grimasse schneiden sehen und schon habe ich die nächste Story im Kopf. Das klingt im ersten Moment toll, ist aber auch ganz schön lästig. Es wird unspaßig, wenn man eigentlich ein Skript zu Ende bringen will, aber einem fünf neue Ideen durch den Kopf spuken und unbedingt rauswollen.
Deswegen tummeln sich auf meinem Rechner an die vierzehn angefangene Storys.

Liest Du selbst auch viel in diesem Genre? Hast Du ein Lieblingsbuch?

Inzwischen lese ich viele Bücher meiner Autoren-Kollegen. Früher habe ich in der Woche bis zu 10 Bücher verschlungen. Heute schaffe ich es kaum noch, ein Buch in die Hand zu nehmen. Wenn man selbst schreibt, kommt man irgendwie nicht mehr dazu. Meine halbe Stunde Mittagspause ist so ein himmlischer Moment und natürlich nutze ich den Urlaub, um mich mal wieder über einer guten Geschichte zu entspannen.

Lieblingsbücher habe ich so einige. Aus dem Gay-Bereich ist es die Reihe um die Rashminder von Sandra Gernt. In diese Jungs habe ich mich wirklich verliebt.

Gab es einen deiner Protagonisten, der dich in den Wahnsinn getrieben hat, dessen Geschichte einfach nicht so wollte wie Du und Du einfach nur froh warst, dass Du die Geschichte endlich fertig hattest?

Das ist beinahe die Regel. Die Kerle machen was sie wollen.
Aber einen ganz speziellen Kandidaten gab es da auf jeden Fall: Draw aus „Cheia“. Ich habe Draw gehasst. Er hockte die ganze Nacht auf meiner Bettkante und wollte, dass ich seine Geschichte niederschreibe. Er selbst war mir zu jammerich, zu weichgespült, eben ein echter Turnbeutelträger. Sein Gegenpart Crid war nicht besser. Erst war er patzig, dann resigniert und plötzlich tauchte seine schreckliche Kindheit auf und ich musste das Skript komplett darauf umschreiben, weil der Missbrauch erst zur Sprache kam, als ich bereits die Hälfte des Buches geschrieben hatte. Dann fing der Idiot noch zu Ritzen an und Draw tanzte dauernd um ihn herum. Ich fühlte mich mit den beiden völlig überfordert und habe das Skript mehrmals gelöscht. Nur die furchtbaren Drohungen meiner Lektorin haben es aus dem Papierkorb gerettet. Es wurde allerdings besser, als die Pilzmännchen ins Spiel kamen. Ich mache heute noch vor jeder Dose Champignons einen Kniefall.

Ich muss gestehen, ich hab schon so ziemlich alle homoerotischen Bücher von Dir gelesen und ich finde sie alle klasse, aber an Far und Song kommt trotzdem niemand ran. Welche Deiner Figuren sind denn am gefragtesten bzw. beliebtesten?

Uuuuiiiiii, was für ein schönes Kompliment.

Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, welche Jungs am besten ankommen. Vielleicht sollte ich dahingehend mal eine Umfrage starten.
Wenn man den Rezensionen glauben will, sind ausgerechnet die Cheia und die Tylwyth Teg sehr beliebt.
Vereinzelte Stimmen sind mal laut geworden, dass sie von Robin und Bo gerne mehr lesen wollen, weshalb ich gerade an einer Fortsetzung von Herbstfraß arbeite.

In mein Herz haben sich allerdings zwei neue Jungs namens Deacon und Lyle geschlichen, ein Skript mit dem Arbeitstitel „Zweiland“, das noch überarbeitet werden muss.

Du hast ja jetzt schon ein paar Bücher zusammen mit Sandra Gernt, eine Autorin, die ich auch sehr schätze, geschrieben und veröffentlicht. Wie kam es denn zu dieser Zusammenarbeit? Kanntet ihr Euch schon vorher oder habt ihr Euch durch das Schreiben kennen gelernt?

Sandra Gernt ist die Lektorin, die mir der Dead Soft Verlag an die Seite gestellt hat. Seitdem ist sie mir eine sehr gute Freundin geworden, die mich mit Zuckerbrot und Peitsche durch die Korrekturen jagt, mich aus den Wolken schüttelt, aber auch Trost-Schoki rüberschiebt, wenn ich mich elend fühle. Ich möchte sie echt nicht mehr missen. Inzwischen mailen wir uns täglich und bekommen Entzugserscheinungen, wenn wir nichts voneinander hören.

Das Schreiben mit ihr zusammen ist ein Riesenspaß, weil wir beide ohne einen Plot wild drauflos tippern und nie wissen, wohin uns das Skript führen wird. Das ist wirklich spannend und ich hibbel jedes Mal auf die Fortsetzung unseres Gemeinschaftswerkes.
Pssst: Wir sitzen übrigens gerade wieder an einem dran.

Wie sieht denn Dein Schreiballtag aus?

Kurz nach 05:00 Uhr klingelt mein Wecker. Ab 06:00 Uhr sitze ich im Büro und kämpfe mit den Akten. Nach der Arbeit im Amt fahre ich zu meinem Drachen und bespaße das Untier. Dann folgen die diversen Haushaltsangelegenheiten, die die blöden Heinzelmännchen partout nicht erledigen wollen und dann … dann mache ich mir gegen 19:00 Uhr Mittagessen. Schließlich knurrt der Magen. Anschließend habe ich ein bisschen Zeit zum Schreiben, bis mein Kissen lockt. Komischerweise kommen mir kurz vor dem Schlafengehen die besten Einfälle.

Wie geht Deine Familie und Dein Freundeskreis damit um, dass du homoerotische Geschichten schreibst? Sind das Deine größten Fans?

Zunächst haben alle erst ein wenig seltsam aus der Wäsche geschaut, als ich verkündete, von nun ab Gay-Romance bzw. Gay-Fantasy zu schreiben. Meine Momma sagte dann nur ganz cool: „Mach doch“ und dem stimmte der Rest der Sippe zu. Sie liest tatsächlich jedes einzelne Buch und gibt mir auch immer ein Feedback.

Meine Beziehungskiste verlangt immer ein Extra-Exemplar, obwohl wir die Bücher dann doppelt im Schrank stehen haben. Er liest eigentlich selten und dann sind es meist Fachzeitschriften, daher darf ich mich schon geehrt fühlen.
Kollegen und Freunde finden es gut. Einige haben sich auch an meine Bücher herangetraut und waren überrascht, dass es ihnen sogar gefiel, obwohl sie Gay-Romance noch nie gelesen hatten.

Ich darf mich also glücklich zeigen, dass ich von allen Seiten Unterstützung erfahre.

Was werden wir denn von Dir dieses Jahr alles noch zu lesen bekommen?

Das hängt von der Planung meines Verlegers ab. Ihm liegt ein Weltraum-Skript mit dem Titel „Das Licht von Latoy“ vor und das noch zu korrigierende Buch über einen unfreiwilligen Inselaufenthalt „Zweiland“ wird seinen Weg ebenfalls zum Dead Soft Verlag finden.
Weiterhin arbeite ich mit Sandra Gernt an einer weiteren Fantasy-Story und wie ich uns kenne, wird dieses Buch aller Wahrscheinlichkeit im Sommer erscheinen.
Ob es „Schlachthaus“, die Fortsetzung um Bo und Robin dieses Jahr noch schafft, kann ich nicht beschwören. Ich arbeite noch an einen passenden Schluss, der dem des ersten Teils in nichts nachstehen soll.

Ein Thema das mich gerade beschäftigt und auch einige Autoren: sexuelle Gewalt in der schwulen Literatur. Es gibt da ja gerade einen eher negativen Trend zur Verharmlosung der Thematik. Wie stehst Du zu diesem Thema?

Das Thema scheint irgendwie an mir vorbeigegangen zu sein oder ich kenne offenbar diese Autoren nicht.
Auch in meinen Büchern gibt es sexuelle Gewalt. Das ist durchaus ein kritisches Thema und mit seiner Definition sollte man vorsichtig umgehen. Wo fängt sexuelle Gewalt an …?
Ich verharmlose das Thema bestimmt nicht, sondern versuche mich in den Protagonisten hineinzuversetzen, um all die Panik, Angst, Scham und Demütigungen mitzuerleben. Schließlich will ich die Gefühle meiner Figuren so authentisch wie möglich an den Leser weitergeben.
Allein daher kann ich das Thema gar nicht verharmlosen, denn es erschüttert mich in diesen Momenten selbst. Bestes Beispiel ist „So bloody Far“. Die Szenen in Moskau, in denen ich Far leiden lasse, sind mir echt unter die Haut gegangen und ich habe eine ganze Weile mit mir gerungen, ob man das so drucken sollte.
Gewalt gehört leider zum Leben dazu. Ich nehme mich da nicht aus, denn ich liebe den abendlichen Krimi mit seinen sechs Leichen innerhalb der ersten fünf Minuten genauso, wie andere sich keine Folge von Tom und Jerry entgehen lassen. Es sollte allerdings bloß Fiktion bleiben, denn ich bin eigentlich ein friedliches, harmoniebedürftiges Kind, bei dem Gewalt bereits verbal anfängt.

Letzte Worte an Deine Fans.

Ich möchte mich recht herzlich bedanken, dass mir meine Fans die Treue halten. Noch immer weine ich, weil ich auf meinem Blog versehntlich das Gästebuch mit all den wundervollen Einträgen gelöscht habe (PC-Blondine eben). Die Einträge habe ich stets gelesen, wenn ich in einer trübetümpligen Phase steckte.
Ich gerate auch heute noch jedes Mal total aus dem Häuschen, wenn mich die Email eines begeisterten Lesers erreicht, jemand eine Signatur haben möchte oder sich Leser dafür bedanken, dass ich schreibe. Für mich ist das immer noch un-fass-bar!
Diese Feedbacks sind es, warum ich mich während meines Feierabends vor die Tastatur setze und mich mit Partizipkonstruktionen und dem ollen Dativ herumärgere, Wortdopplungen mühsam eliminiere und Unmengen von Laktize vertilge.
Besonderen Dank gilt denen, die sich nach der Lektüre die Mühe machen, das verschlungene Werk zu rezensieren. Es ist nicht einfach die Empfindungen über ein Buch in Worte zu fassen und eine konstruktive Kritik abzugeben.
Danke, liebe Leserschaft, ihr seid großartig.

Danke auch dir, Ramona, für dieses schöne Interview. Es hat mir großen Spaß gemacht.
Und es ist wirklich interessant, dass man sich selbst über diese Fragen immer wieder neu kennenlernt.

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Liebe Sandra, vielen Dank für das spannende und aufschlussreiche Interview. Es hat wirklich großen Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf Deine neuen Projekte, vor allem auf den neuen Fall von Bo und Robin, die auf meiner Lieblingsskala direkt hinter Far und Song rangieren.

Interview für den Dead Soft Verlag:

 

Wie seid ihr zu dead soft gekommen, bzw. auf den Verlag aufmerksam geworden?

Ich habe im Internet nach einem Verlag gesucht, der sich für mein Skript interessieren könnte. Dabei bei ich über dead soft gestolpert. Mir gefiel die Aufmachung der Seite, das Logo (ich liebe Vollmond und Tiere sowieso) sowie die Bedeutung, die hinter dem Logo steckt. Das sprach mich ungemein an. Dazu kam, dass dead soft einer der wenigen Verlage ist, die auf ihrer Homepage explizit angeben, wie ein Skript einzureichen ist. Als Neuling mag man schließlich nichts falsch machen. Dank dieser Anweisungen konnte ich mich dann voll und ganz dem Gedanken widmen, dass Simon Rhys Beck sich vor Lachen über mein Werk kugelt und aus irgendwelchen Textbausteinen eine nette Absage tippert. :o)

 

Lassen euch eure Charaktere und Handlungsstränge überhaupt los, solange das Buch in Arbeit ist, oder springt ihr plötzlich aus der Dusche, wenn euch noch eine ganz wichtige Veränderung einfällt?

Wenn mich eine Story voll und ganz gepackt hat, verfolgen mich die Charaktere Tag und Nacht. Sie sitzen mit auf dem Sofa, fahren morgens mit mir zur Arbeit und hängen den ganzen Tag in meinem Büro herum. Ständig zupfen sie mich am Ärmel, um endlich Gehör zu finden, damit sie mir ihre Geschichte erzählen können. Da kommt es auch vor, dass ich nachts zum Brummeln meines Hasen aus dem Bett springe, um mal eben kurz ein paar Stichworte zu notieren, bevor ich friedlich weiter schlummern kann.

Über die Handlungsstränge denke ich überhaupt nicht nach, denn die ergeben sich während des Schreibens ganz von allein. Ich bin eben voll und ganz ein Chaosschreiber.

 

Wie reagiert euer Umfeld (Freunde/Familie/Kollegen) darauf, dass ihr gleichgeschlechtliche (erotische) Literatur schreibt und wie bringt ihr es ihnen bei?

Ich bin gleich von Anfang an ganz offen mit dem Thema gewesen. Aber mein Naturell ist ohnehin das einer Axt: Gerade heraus und stets sehr direkt. Darum wollte ich auch kein Pseudonym, sondern signalisieren, dass ich zu dem stehe, was ich fabriziere.

Meine Familie sagte erst „Ähem!“, mag aber meine Storys und verlangt auch immer ein Exemplar für sich. Da sie gnadenlos ehrlich sind und sich nicht scheuen, auf meine Gefühle herumzutrampeln, nehme ich ihnen das Lob auch ab. Die anfängliche Skepsis lag eher auf dem Thema „Erotik“ als „Homo“, damit haben sie sich aber inzwischen angefreundet. Meine Momma liest sogar sehr kritisch und lässt schon mal eine Anmerkung fallen, was sie besonders gut fand oder was ich hätte besser machen können. Mein Paps dagegen verlangt dauernd Science Fiction. Er ist absoluter Perry Rhodan-Fan. Insgesamt sind sie allesamt stolz auf mich.

Mein Hase sagte bloß „Mach doch! Ich will ebenfalls ein Buch.“ Er mault aber auch schon mal, wenn ich zu lange vor dem Rechner hänge. Es ist halt schwierig ihm und dem Schreiben gleichermaßen gerecht zu werden.

Freunde und Kollegen finden es völlig okay, sind neugierig und der eine oder andere hat ebenfalls schon etwas von mir gelesen. Hin und wieder stöbern sie mal bei den Rezensionen rein und halten sie mir dann ganz aufgeregt vor die Nase. Sie freuen sich mit mir. Mit ihnen habe ich echt großes Glück.

 

In welchem Alter habt ihr begonnen zu schreiben?

Eigentlich habe ich schon immer gerne geschrieben. Ich war der Alptraum meiner Deutschlehrer, denn sie mussten zig Seiten Aufsatz korrigieren, weil ich mich nie bremsen konnte. „Schreib keine Romane!“ Das stand oft genug unter meinen Arbeiten.

Mit 16 Jahren habe ich dann hobbymäßig angefangen für meine Schublade zu schreiben. Es war eine Fantasygeschichte, die lang und länger wurde, je mehr Jahre vergingen. Irgendwann in Kapitel 79 kamen sich zwei der männlichen Charaktere näher und noch näher und – huuups! Da war es passiert.

 

Könnt ihr euch noch erinnern, was das erste Buch war, was ihr gelesen habt?

Das erste Buch, was ich selbständig gelesen habe, war das Große Wilhelm Busch Hausbuch, eine Sammelausgabe seiner sämtlichen Werke. Da gibt es noch die üblichen peinlichen Fotos von Klein-Sanna, die zusammen mit Kuscheltier, Scharlach und dem dicken Wälzer im Bett sitzt.

Leider ist das Buch irgendwann total zerlesen auseinandergefallen. Ich habe immer überlegt, ob ich es mir noch einmal kaufe, aber es wäre irgendwie nicht dasselbe gewesen.

Ich durfte Aveleen Avide in einem Interview Rede und Antwort stehen.

Wer etwas mehr über mich und die "Cheia" erfahren möchte, kann das Interview hier finden.